Gestern bekam ich diesen Bericht von Frau Wegehenkel - vielen herzlichen Dank

!
Boni - die ersten 12 Tage
Liebe Frau Daedler,
seit gestern abend bin ich wieder in Hamburg nach einer tollen Woche mit Boni und Enkel Benny an der Nordsee und möchte Ihnen nun endlich einen ersten Bericht schicken.
Die Übergabe von Boni von Herrn Felz an mich erfolgte in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober um 23.30h auf einem Hotelparkplatz in Münster (eigentlich das Szenario für einen Drogenkrimi). Herr Felz hat mir freundlicherweise den weiten Weg nach Wörrstadt erspart, er hatte ein Seminar in Münster. Benny (9 Jahre alt) und ich waren natürlich mächtig aufgeregt und auch sehr müde als Herr Felz um 23.30h anrief und wir uns gleich darauf trafen. Boni war zuerst noch etwas müde, wollte aber sofort mit Benny spielen. Der erste Kontakt klappte also schon gut. Zusammen mit Herrn Felz sind wir dann noch ca 30’ durch die dunkle Fußgängerzone von Münster spaziert. Herr Felz gab mir noch jede Menge heiße Tips (DANKE, Herr Felz) und dann kam der Abschied. Boni ging mit uns, als wenn sie noch nie etwas anderes gemacht hatte. Im Hotelzimmer hatten Benny und ich natürlich alles vorbereitet (Decke, Wassernapf, Spielzeug, Leckerlies), Boni maunzte noch 3 x und schlief dann durch bis morgens um 8 Uhr. Geweckt wurde ich durch ein ganz vorsichtiges Schlecken an meiner Hand. Ich glaube, es war auch bei Tageslicht Liebe auf den 1. Blick.
Das 1. Gassigehen war enorm anstrengend: zwar gab es keine Autos, dafür aber Radfahrer, die wie die Wilden völlig unberechenbar durch die Gegend jagten. Benny, Boni und ich waren ziemlich verunsichert durch diese vermummten (Helm, Brille) schnellen Gestalten.
Das Frühstück im Hotel schleckte Boni bis zum letzten Bröckchen auf, danach gingen Benny und ich frühstücken. Es gab keinerlei Probleme.
Um 10.00h hatten wir alles eingepackt, Boni angeschnallt und machten uns auf die Rückreise. Eine Pause war nötig wegen der Menschen, Bonis wegen nicht. Sie schlief die meiste Zeit - wahrscheinlich war sie vom mentalen Stress völlig erschöpft. In Hamburg machten wir dann erst einmal einen langen Spaziergang mit vielen Ballwürfen und zeigten Boni ihre nächste Umgebung. Das Wetter war wunderbar und wir trafen viele andere Hundehalter, die ihren Augen nicht trauten als sie Boni sahen. „Ist das Lexa??? Aber nein, die ist doch schon im Winter gestorben. .“ „Die ist ja niedlich, wahrscheinlich kaum 1 Jahr alt“ etc.etc. Zuhause war Boni dann froh über ihren Kuschelkorb, den sie sofort akzeptierte.
Im Laufe der nächsten Tage stellte sich dann heraus, dass die von mir bislang erzogenen Hunde schlechter parierten als Boni (es bewahrheitete sich der alte Spruch „Lehrers Kinder, Pastors Vieh – gedeihen selten oder nie“). Boni läuft bei Fuß, bleibt bei Aufforderung sofort stehen, entfernt sich nicht weiter als ca 20m, macht Sitz und Platz, bettelt nicht, fährt gut Auto, bleibt gut alleine und tobt auf der Hundewiese in der Nachbarschaft mit großer Freude ohne jegliche Agression, auch nicht gegenüber anderen Mädchen. Das an der Leinegehen müssen wir noch etwas üben, aber wenn Benny ab morgen nicht mehr bei mir ist, werden unsere Spaziergänge etwas weniger hektisch, sodass auch etwas Zeit auf Erziehung verwendet werden kann.
Liebe Frau Daedler, ich glaube, dass ich mit Boni in einen Glückstopf gegriffen habe. Erst jetzt habe ich das Gefühl, dass mein Leben wieder in geordneten Bahnen verläuft. Der Ruhestand, von dem ich bislang noch nicht viel bemerkt habe, gibt mir die Möglichkeit, mich wirklich intensiv um Boni zu kümmern und uns beiden eine schöne Zeit zu bereiten.
Photos von Boni hatte ich in Reinsbüttel ganz viele gemacht, leider ist der Film verdorben. Ich werde morgen mit der Kamera zum Spezialisten gehen und dann erneut mein Glück versuchen.
Liebe Grüße von
Benny, Boni und Ursula Wegehenkel