endlich Nachricht

von Buksi:"Nelly
Da wälze ich mich im Bett, in einem Landgasthof irgendwo in Süddeutschland, neben mir meine Frau, die Augen fest zugedrückt aber hellwach, es ist kurz vor 22 Uhr. Die 600 km-Anreise aus Norddeutschland war problemlos verlaufen und jetzt warteten wir hier auf den erlösenden Anruf aus einem alten Mercedestransporter, der 11 Hunde von Budapest in ein neues Leben nach Deutschland bringt. Eine von den 11-en sollte in unsere kleine Familie aufgenommen werden, Buksi. Wir kennen von Buksi nur 2 Fotos aus dem Internet. Das ist nicht viel. Wir sind inzwischen hypernervös, die stundenlange Warterei hatte uns alle Zähne gezogen. Das Handy klingelt. Grapsch, den richtigen Knopf erwischt, den Namen ins Mikrofon gerufen – es war unsere Mutter, wollte wissen ob´s schon was Neues gibt. Sakra ! Kurz vor 23 Uhr, es klingelt wieder und diesmal ist es die schon bekannte Stimme von Frau Beyer: “In 45 Minuten sind wir am Treffpunkt“.
Wir rollen auf einen beleuchteten Parkplatz vor einem großen Laden für Autoteile. Außer ein paar leeren Autos ist nix zu sehn, wir sind natürlich 15 Minuten zu früh. Ein Kombi rollt auf den Parkplatz, ein Mann sitzt drin, bestimmt will er auch einen Hund abholen. Eigentlich müsste man mit Ihm ... geht nicht, wir sind zu aufgeregt. Er wohl auch. Wir sitzen 5 Minuten nebeneinander schweigend in unseren Autos. Der Mercedestransporter rollt auf den Parkplatz, darin zwei junge Frauen. Sie müssten müde aussehen, sie waren schon morgens um drei nach Budapest gestartet. Tun sie aber nicht. Wir begrüßen uns freundlich, erhaschen einen kurzen Blick auf das Wesen von diesen unheimlich engagierten Frauen aber dann quellen nacheinander Hunde aus dem Bus. Ein etwas abgemagerter aber sehr schöner Vizslarüde – Tim – ist wohl für den Mann gedacht der mit uns gewartet hat – richtig. Ich halte das Tier einige Momente er muss pieseln, pieseln, pieseln. Unglaublich was in so einen Hund reinpasst. Und dann hüpft ein kleiner brauner Kobolt aus dem Transporter, viel kleiner, als wir uns vorgestellt hatten und auch viel weniger Vizsla. Freundlich springt die Kleine an uns hoch, leckt uns die Hände. Versucht das Gesicht zu erreichen und pieselt, pieselt, pieselt. Frau Beyer erklärt uns irgendwas, ich kriege nix mit, aus Phantasie ist gerade Wirklichkeit geworden, ich bin völlig besetzt. Etwas mühsam kraxelt die Kleine in unser Auto, meine Frau geht mit nach hinten. Ich sitze allein vorn – jetzt bloß vorsichtig fahren. Wie wird wohl die Nacht im Hotel weitergehen?
Inzwischen sind 5 Tage vergangen. Gerade bellt die Kleine, weil irgendwas an unserem Haus vorbeigehuscht ist. Gab es jemals ein Leben ohne Hund?

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